rma

Leitartikel der Woche

WSV - Winterschlussverkauf
Christian Marold
christian.marold@rzg.at
Der Winter ist im Ländle eingekehrt. Die Vorboten dazu gab es bereits Ende September mit all den Prospekten der Sportgeschäfte für die neuen Skimodelle 2021. Der Vorverkauf für die Skisaisonkarten ist ebenfalls gestartet. Es kann endlich losgehen! Der Schnee kam dieses Jahr erstaunlich früh. Hoffentlich können die Skiliftbe­treiber, Gastronomen und Hoteliers die verpatzte Corona-Saison wieder aufholen.
Irgendwie fühlt sich alles richtig an und dennoch schwingt ein merkwürdiges Bauchgefühl mit. Spätestens im Skigebiet wird einem bewusst, was dieses undefinierbare Gefühl war. Alles scheint zwar seinen gewohnten Gang zu gehen, aber dann irgendwie doch nicht.
Überall sieht man Angestellte, die einen ständig anlächeln und mit dem Kopf nicken. Liftbetreiber, Liftangestellte, Hotelange­stellte und in der Gastronomie sprechen alle ein sehr gebrochenes Deutsch und alle kommen aus Asien, genauer gesagt aus China.
Was ist passiert? Wo sind die einheimischen Angestellten oder zumindest die ostösterreichischen oder ostdeutschen Bedienungen? Selbst die Saisonarbeiter aus Tschechien oder Polen vermisst man jetzt. Wo sind alle hin?
Das Ende der Sommersaison 2020 bedeutete für die meisten Arbeitgeber im Tourismus das endgültige Aus. Die Touristen aus Österreich allein konnten den Verlust von fehlenden Gäste aus dem Ausland nicht mehr kompensieren. Und die wenigen ausländischen Gäste, die sich trauten bei uns im Ländle Urlaub zu machen, haben das fette Minus am Ende nicht mehr abwenden können. Ganze Tourismusge­biete standen nun zum Verkauf. Mehr noch – es gab einen regelrechten Ausverkauf vor allem an ausländische Investoren. Davon kam der Großteil aus Asien, aus China. Anfänglich versprachen die Investoren, dass keiner seinen Arbeitsplatz verlöre, aber schon bald war klar, dass dies eine Täuschung war. Sie karrten noch billigere Arbeitskräfte aus ihrem eigenen Land an. Damit importierten sie ihr System, bessere Kontrolle in einem kollektiven Arbeitssystem. Ein Großteil des Alpenraums war nun fest in chinesischer Hand. Alles, was man zuvor belächelt hatte, als Chinesen in Afrika alles aufgekauft hatten, selbst Straßen teilweise mit den eigenen, also chinesischen, Arbeitern gebaut hatten – all das wurde jetzt auch bei uns Realität.
Das, was mit Stand heute wie ein weiterer Teil der berühmten Piefke-Saga von Felix Mitterer klingen mag, ist am Ende gar nicht so weit entfernt. Dann heißt es am Ende eben nicht Piefke-Saga, sondern Chinese-Clan-Story. Wer jetzt aufschreit und behauptet, dies seien rassistische oder verschwörungs­theoretische Gedanken, dem sei gesagt, dass das Beispiel Afrika nur der Vorbote von weiteren geplanten Großinvestitionen aus China sein könnte. Und am Ende ist es eigentlich völlig egal, ob der Ausverkauf ganzer Tourismusorte und -unternehmen an ausländische Investoren erfolgt. Manche machen es sanft, manche auf die radikale Art. Viel mehr trübt der Gedanke, dass somit über Generationen verwurzelte Familienunter­nehmen quasi über Nacht ihre Existenzen verlieren könnten ohne dass sie sich dafür auch nur annähernd selbst etwas zuschulden haben kommen lassen. Eine höhere Naturgewalt, ein winziges Virus, könnte diesen Ausverkauf verursachen.
Ja, all das ist Schwarzmalerei und am Ende hoffe ich natürlich, dass dieser Winter­schluss­verkauf nie stattfinden wird. Aber wer kann mir die Garantie geben, dass es nicht so kommen wird? Ein „Koste es, was es wolle“-Bundeskanzler sicher nicht. Dafür sind die Sorgen in der Touris­musb­ranche derzeit zu groß.

Ihre Meinung zum Leitartikel wurde gesendet!

Menü